Ein fallendes Kleid für einen Holzbau

Modern und edel wirkt das neue Zweifamilienhaus der Gebrüder Lüdi in Siebnen, mit einem nachhaltigen Holzbau und einer ausdruckstarken und exklusiv wirkenden Rauten-Bekleidung, das wie ein Kleid vom First bis zum Fassadenfuss herunterfällt.

Text nach VDSS. http://www.vdss.ch/files/11-2-fam._haus_siebnen_sz.pdf

Ein kleiner Landfleck mit einem altem «Hüsli» befand sich neben dem repräsentativen Geschäfts- und Wohnhaus der Spengler- und Sanitär-Meister Karl und Ernst Lüdi an der Bahnhofstrasse 12 in Siebnen. Ziel- und nutzungsorientiert entstand die Idee, auf diesem Grundstück ein neues Haus mit optimaler Ausnützung und spenglertechnisch schönem Aussehen zu bauen. Das Projekt bot den zwei pensionierten Unternehmern mit viel Berufsherzblut so die Möglichkeit, sich noch einmal handwerklich zu engagieren und sich mit einem letzten, eigenen Werk von der beruflichen Laufbahn zu verabschieden.

Dach und Fassadenaufbau

Aufgrund des Standortes, der beschränkten Zufahrt und der Überzeugung, dass dies eine nachhaltige und gute Bauweise ist, entschieden sich Karl und Ernst Lüdi für ein vorgefertigtes Holzsystemhaus. Die Elemente wurden im Werk der Casa-Vita® / Frefel Holzbau AG in Mollis vorgefertigt und bei schönem Wetter innerhalb von zwei Tagen montiert. Für die Gebäudehülle entschied sich Karl Lüdi für eine alles umfassende Blechbekleidung ohne hervorstehende Falze. Die Aussenhaut sollte den Bau umhüllen wie ein fallendes Kleid, mit flachem, und doch lebhaftem Falzbild. Gewählt wurde eine Rauten-Bekleidung, bestehend aus etwa fünf mittelgrossen, flachen Blechelementen pro m2 und mit Umschlägen nach vorne und nach hinten, die ineinander eingehängt wurden.

Planung und Ausführung

Alle Details der Gebäudehülle, vom Lüftungsblech am Fassadensockel über die eingelassenen Ortbleche bis zum verdeckten First, wurden mit Casa-Vita gemeinsam entworfen, skizziert und vermasst. Im Anschluss wurden alle Details auf dem Papier festgehalten und alle Rauten einzeln eingeteilt. Die Rauten sind einfach eingehängt. Darunter wurde daher, entsprechend den geltenden Normen für die gedämmte Hülle, ein dichtes Unterdach für aussergewöhnliche Beanspruchung und bei den Fassaden eine Fassadenbahn eingesetzt. Um auf dem Dach mit 45°-Gefälle arbeiten zu können, wurden die Schalung und die Montage-Verlegehilfen auf dem Dach clever gelöst.

Materialisierung

Das Dach und die Geschossdecken entstanden in einer Holz-Beton-Verbundbauweise. Verwendet wurden dabei Brettstapel-Massivholz-Elemente, welche die hohen Anforderungen an den Schall- und Brandschutz erfüllen. Die Lasten bei den Fenstern übernehmen Träger aus Furnierholz. Für die Gebäudehülle kam Rheinzink prepatina schiefergrau zum Einsatz. Die werksmässig erstellte Vorbewitterung verleiht von Anfang an eine schöne, einheitliche und mit einer leichten Walzstruktur gezeichnete Oberfläche, in einem warmen schiefergrauen Ton. Die Oberfläche altert durch die Bildung der Patina natürlich und ist «selbstreinigend». Verlegt  wurden 2200 Stück Rauten in 12 Arbeitswochen. Die Fabrikation der Rauten und aller Anund Anschlussbleche erfolgte beim Halbfabrikanten Gabs AG. Alle Partner sind mit der Zusammenarbeit und dem Bauergebnis zufrieden. Dass sich das «schwarze Haus» in Siebnen herumgesprochen hat und sich einzelne Passanten durch den SeitenStrasseneingang oder durch die dahinter durchführende Kapellstrasse das Haus bewusst mit Staunen ansehen, hat die die Freude am neuen Werk schön abgerundet.